Die Geschichte der Landjugend Laa/Thaya

1922 - 1947  Die Wurzeln

1922 wurde die NÖ Landes Landwirtschaftskammer gegründet. Damals, nach Ende des ersten Weltkrieges, wusste man bereits, dass auf das ländliche Bildungswesen besonderes Augenmerkt gelegt werden soll.

 

1925 kam es zur Gründung des ersten Fortbildungsvereines. Ziel des Vereines war es, die Gemeinschaft über die Kursdauer hinaus zu erhalten und sich durch die gemeinsamen Veranstaltungen von Fachvorträgen und Lehrfahrten weiter zu bilden. Bis zum Jahre 1938 wurden landesweit 62 Bezirks-Fortbildungsvereine mit rund 7.000 Mitgliedern gegründet.

 

Durch die Machtübernahme Hitlers kam es im März 1938 zu der Auflösung aller Fortbildungsvereine. Die Vereinsfahne der Landwirtschaftlichen Fortbildungsvereine, die vom Bauernbund 1932 gestiftet wurde, konnte versteckt und gerettet werden.

 

 

1948 - 1957  Die Gründungsjahre

Sofort nach Kriegsende nahm die Landwirtschaftskammer ihre Arbeit wieder auf und beauftragte den Landwirtschaftslehrer Otto Dornik mit dem Wiederaufbau des Kurs- und Schulwesens der Kammer. In ganz Niederösterreich wurde ein Netz örtlicher Fortbildungsschulen errichtet. Ing. Dornik führte Gespräche unter anderen mit den ehemaligen Funktionären der früheren Fortbildungsvereine.

 

Zusammen entwickelten sie die Richtlinien für die Gründung einer neuen Bildungsorganisation, dem Ländlichen Fortbildungswerk, das in der Landwirtschaftskammer verankert sein sollte.

 

Im Februar 1946 sollte die Gründungsversammlung des Ländlichen Fortbildungswerkes, kurz LFW, in der NÖ Landwirtschaftskammer in Wien stattfinden, sie blieb jedoch ohne Ergebnis.

 

Im März 1946 wurden die ersten Sprengelgemeinschaften gegründet. Später folgte die Gründung von Bezirksgemeinschaften und im Oktober 1946 fand die erste Landestagung für Bezirksfunktionäre statt.

 

Auch im Land um Laa schlossen sich die Absolventen der landwirtschaftlichen Fortbildungsschule zusammen um sich im Ländlichen Fortbildungwerk auch nach der Schule, die vom 28.11.1947 bis 11.3. 1949 dauerte, fachlich weiterzubilden. Am 3. Juli 1948 findet die gründende Versammlung des Landwirtschaftlichen Fortbildungswerkes Laa unter Vorsitz von Dir. Ing. Dornik und Nationalrat Seidl statt. Es kam zur Gründung der Sprengel Laa, Staatz, Hagenberg, Gnadendorf, Gaubitsch und Stronsdorf. In den Jahren um 1950 fanden viele weitere Sprengelgründungen statt. Die Sprengel im Land um Laa reichten von Zwingendorf, Wulzeshofen, Laa, Hanfthal und Wildendürnbach im Norden bis Klement, Phyra, Zwentendorf und Altmanns im Süden. Sowie von Patzenthal und Diepolz im Osten bis Kirchstetten, Neuruppersdorf und Pottenhofen im Westen. Insgesamt umfasst der LFW -Bezirk Laa einmal 41 Sprengelgemeinschaften. Erster Bezirksobmann wurde Michael Seidl aus Gaubitsch.

 

Die vordergründigen Ziele des Ländlichen Fortbildungswerkes sind die Weiterbildung, die regelmäßige Zusammenkunft aller Mitarbeiter und der weitere Aufbau von Sprengelgemeinschaften. 

 

Vorerst fanden die Aktivitäten des LFW getrennt für Burschen und Mädchen statt. Dies galt auch für die Weiterbildungsmöglichkeiten. Während die Mädchengemeinschaften Exkursionen in Gartenbaubetriebe machten oder sich über die richtige Geflügelhaltung informierten, besuchten die Burschen die Zuckerfabrik Hohenau und wurden in Weinbehandlung und Weinbeurteilung geschult.

 

Von Beginn an wurde Gemeinschaft groß geschrieben und was lässt Jugendlichen mehr zusammenrücken als eine gemeinsam organisierte Veranstaltung oder Ausflüge. So wurde am 15. Jänner 1949 das erste Jungbauernkränzen im Gasthaus Koffler in Laa veranstaltet.

 

Um unsere schöne Heimat näher kennenzulernen wurden Exkursionen ins Salzkammergut, auf den Feuerkogel oder beispielsweise auf den Erzberg veranstaltet. Diese dienten sowohl der Weiterbildung als auch der Unterhaltung.

             

 

 

1958 - 1967  Der Aufstieg

Zum LFW zählen mittlerweile 8.945 Mitarbeiter und 7.516 Mitarbeiterinnen in 65 Bezirken und Sprengeln. Zu Beginn der 60er Jahre werden die Gemeinschaftsaufgaben eingeführt wie z.B. Wiesen- und Ackerdüngungsversuche, Aufgaben aus den Fachgebieten der Hauswirtschaft, des Gartenbaus und der Geflügelhaltung. Schwerpunktaufgaben fürs Dorf und ein Arbeitsprogramm werden ins Leben gerufen. So sollten die Sprengel z.Bsp. eine gemeinsame Aufgabe für das Gemeinwohl in den Heimatgemeinden leisten.



Ab 1964 führte die Landwirtschaftskammer mit der NÖ Arbeitsgemeinschaft für Volkstanz ein Wertungstanzen des LFW durch. 1965 lud das Ländliche Fortbildungswerk zum 1. Volkstanztreffen. Durch verschiedene Bewerbe setzt sich auch der Wettbewerbsgedanke schön langsam durch.

 

1961 wird das Leistungsabzeichen, das vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft vergeben wird, eingeführt. Von Beginn an legen die Verantwortlichen des LFW neben der fachlichen Weiterbildung großen Wert auf die Persönlichkeitsbildung. Der Redewettbewerb wird als erster allgemein bildender Bewerb auf Sprengel-, Bezirks-, Viertels- und Landesebene durchgeführt. In Summe beteiligen sich 1.472 Burschen und Mädchen aus 241 Sprengeln und 60 Bezirken an den Redewettbewerben.

 

 

 

1968 - 1977  Der Wandel

Ein gesellschaftlicher Wandel findet statt. Ein Umbruch auf politischer Ebene ist zu erkennen. Inhaltliche und organisatorische Veränderungen stehen an. Unter dem Motto „Ohne uns keine Zukunft“ wird 1971 das Fest „25 Jahre LFW“ in der Donauhalle in Tulln gefeiert. Rund 3.000 Besucher zeigten ihre Unterstützung für den Weg der Landjugend als Brückenbauer am Land.



Seit ihrer Gründung war das LFW nur der bäuerlichen Jugend vorbehalten. Der gesellschaftliche Wandel und der damit verbundene Mitgliederschwund führen zu zahlreichen Diskussionen über die inhaltliche Ausrichtung des Ländlichen Fortbildungswerkes und der Österreichischen Landjugend. Doch gerade zum richtigen Zeitpunkt erkannte man, wie wichtig die allgemeine Zugänglichkeit für eine Jugendorganisation ist.



Das LFW richtete sich darauf hin neu aus. Die Themen der Allgemeinbildung wurden an die große Breite der Mitglieder und deren Interessen angepasst. Soziales Engagement rückte auch immer weiter in den Vordergrund.



Neue Wettbewerbe entstehen und Konsumenteninformation wird zum Thema. 1975 wurde „Ein Tag auf einem Bauernhof“ im Rahmen des Wiener Ferienspiels auf Wunsch des Landesjugendreferates Wien organisiert und bis 1982 durchgeführt. 400 Wiener Jugendliche haben daran teilgenommen. Auch die sportlichen Wettbewerbe werden immer wichtiger. Bereits 1968 findet das erste Landjugend-Sommersportfest statt.

     

 

 

 

 

1978 - 1987  Die Entwicklung

Die Landjugend entwickelt sich in den 80er Jahren von einer landwirtschaftlichen Fortbildungsinstitution zu einer Jugend im ländlichen Raum. Da sich die Jugend am Land zunehmend für nicht bäuerliche Berufe entscheidet, werden die Interessensgebiete der Landjugend angepasst Aber wir bleiben unseren Wurzeln treu.



Im Jahre 1980 wird erstmals eine „Strohpressaktion“ von der Weinviertler Landjugend organisiert. Anfangs wird das Stroh kostenlos mit der Bahn an Bauern in Gebirgslagen versendet. Nachdem die Transportkosten explodieren wird das Stroh verkauft und der Reinerlös kommt in Not geratenen Bauernfamilien zu Gute.



Der Umweltschutz wird ein Schwerpunkt der Landjugendarbeit. In diesem Zeitabschnitt regt der aufkeimende Umweltgedanke viele Landjugendgruppen zu einer Sammelaktion von recyclebaren Matrialien wie Plastik, Altöl, Glas und Papier an.



Der 1. Vielseitigkeitswettbewerb wird 1978 ausgetragen. Vorher wird der Vielseitigkeitswettbewerb als landwirtschaftlicher Berufswettbewerb abgehalten. Die Inhalte sind Allgemeinwissen, Fachfragen, praktische Übungen sowie sportliche Bewerbe.



1980 „erobert“ die NÖ Landjugend die Bundeshauptstadt. Die Aktivitäten in Wien sollen den Landjugend Mitgliedern helfen, zwecks Studium und Arbeitsplatz in der Großstadt Fuß zu fassen.

   

 

 

 

 

1988 - 1997  Die Veränderung

Nach dem Fall des eisernen Vorhangs wird das internationale Engagement des LFW erleichtert und verstärkt.



1990 wird das Leitbild des ländlichen Fortbildungswerks von den Funktionären und Mitgliedern überarbeitet. Durch die 1991 durchgeführte Statutenänderung erfolgt auch die Umbenennung von „Landwirtschaftliches Fortbildungswerk“ in „NÖ Landjugend“



Der Umweltschutz wird ein Schwerpunkt der Landjugendarbeit. In diesem Zeitabschnitt regt der aufkeimende Umweltgedanke viele Landjugendgruppen zu einer Sammelaktion von recyclebaren Matrialien wie Plastik, Altöl, Glas und Papier an.



Nach dem geänderten Leitbild und dem neuen Namen, wird auch das Landjugend Logo 1994 überarbeitet. Ein Jahr später bekommt auch die Mitgliederzeitung „der Mitarbeiter“ mit „4you“ einen neuen Namen.



Mitte der 90er Jahre wird die Landjugend in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt. Ungefähr zur gleichen Zeit, löste sich der Sprengel Großharras auf und der letztverbleibenden Sprengel Gaubitsch wurde zum Bezirk Laa.



Die bis 1990 unter Vielseitigkeitswettbewerb bekannte Veranstaltung wird in 4er Cup umbenannt. Es gilt damals so wie heute verschiedene Aufgaben mit Allgemeinwissen, Sportlichkeit, Geschick und Kreativiät zu bewältigen.



Ab 1992 werden bezirksübergreifende Agrarkreise mit dem Ziel jungen Bauern eine Plattform für den Erfahrungsaustausch sowie fachliche Weiterbildung zu ermöglichen, gegründet. Zu diesem Zeitpunkt stellen junge Bauern bereits eine Minderheit in den Vereinsvorständen dar.

   

 

 

 

 

1998 - Heute  Die Verwirklichung

Die österreichweite Zusammenarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit wird beschlossen und führt die Landjugend zum Erfolg. Die Zeitschrift „Landjugend“ ist mit einer Gesamtauflage von über 60.000 Stück eine der größten Jugendzeitungen des Landes.



In diesem Zeitabschnitt verändern Internet und Handy das Kommunikationsverhalten der Jugendlichen entscheidend. Auch die Landjugend Laa bedient sich seit dem, an den damals neuen Möglichkeiten wie Homepage oder Versenden von Informationen an die Mitglieder per SMS.



Im Jahr 2000 wird der Projektwettbewerb „Jugend im Dorf“ zur Förderung des Engagements im Dorf initiert. Die Projekte müssen bestimmten Kriterien wie zum Beispiel Arbeitsaufwand für ein Projekt von mindestens 50 Stunden, Öffentlichkeitsarbeit usw, entsprechen. Die Themenbereiche erstrecken sich von Umwelt und Landwirtschaft, Ortsbild und Dorfgemeinschaft, soziales Engagement bis hin zu Brauchtum und Weiterbildung.



Im Bildungsbereich wird versucht spezielle Zielgruppen anzusprechen. So wird zum Beispiel die Persönlichkeitsbildung gefördert. „Steig ein – der Workshop zur erfolgreichen Bewerbung“ wird gestartet um Jugendlichen den Einstieg ins Berufslegen zu erleichtern.

   

 

 

 

Landjugend Laa

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